Die Tipps auf dieser Seite richten sich an andere Shareware-Autoren oder solche, die es bald werden wollen, und befassen sich mit den wichtigsten Fragen, die sich mir als Shareware-Autor stellten.

Allerdings kann ich hier nicht erklären, wie man es richtig machen sollte - das weiß ich leider auch nicht - sondern nur, wie ich diese Fragen und Probleme gelöst habe. Deswegen ist diese Seite nicht als Shareware-FAQ zu verstehen, sondern als Shareware-Fallbeispiel. Ich hoffe, dass damit dem ein oder anderen trotzdem auf dem Weg zur Shareware-Autorenschaft geholfen ist. Unabhängig davon sollte sich jeder potenzielle Shareware-Autor auf den Seiten der deutschsprachigen Shareware Autoren Vereinigung (www.s-a-ve.com) kundig machen. Im englischsprachigen Raum ist die Association of Shareware Professionals (www.asp-shareware.org) die beste Anlaufstelle.

Der Google-sichere Produktname

TimePanic war ursprünglich ein Programm, das nur ich und einige interessierte Arbeitskollegen einsetzten, und es hieß damals noch EKG. Erst als ich mir sicher war, dass ich es als Shareware herausbringen würde, habe ich es zu TimePanic umbenannt. Es hat Wochen wenn nicht Monate gedauert, bis ich alle Stellen im Code, in der Online-Hilfe und im Dateisystem gefunden hatte, die ich deswegen ändern musste. Wenn ich vorher gewusst hätte, was das für ein Aufwand ist, hätte ich mir noch vor der ersten Code-Zeile einen vernünftigen Namen ausgedacht.

Warum ich den Namen überhaupt von EKG nach TimePanic geändert habe, ist klar: www.ekg.de war schon vergeben. Um die Aussichten auf einen juristischen Konflikt im Zeitalter der von Gravenreuths so gut wie möglich zu vermeiden, habe ich einen Google-sicheren Kunstnamen gewählt, der bei Recherchen in Google und anderen Suchmaschinen keine Treffer lieferte.

Markenschutz

Wann es nötig ist, sich den Namen eines Shareware-Produktes schützen zu lassen, weiß ich bis heute nicht, aber ich schlafe ruhiger, seit ich TimePanic als Wortmarke beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA) eingetragen habe. Folgende Fragen habe sich mir in diesem Zusammenhang gestellt.

Die erste Frage war: Kann ich das selbst machen oder brauche ich dazu einen Patentanwalt? Von anderen Shareware-Seiten wusste ich, dass man es selbst machen kann. Andererseits hatte mir ein Freund berichtet, wie er mit seinem Namen eine Abmahnung kassiert hatte, noch während die Anmeldung beim DPMA lief, weil sein Produktname Ähnlichkeiten mit einer existierenden Marke hatte. Und so eine Abmahnung ist richtig teuer. Ich entschied mich daher für die Unterstützung durch einen Patentanwalt, den ich mir aus den gelben Seiten heraussuchte. Der Anwalt erklärte mir zwar, dass er mich von einer Abmahnung auch nicht schützen kann. Allerdings bietet eine Anmeldung durch ein Anwaltsbüro einen gewissen psychologischen Schutz. Die Eintragung der Wortmarke hat mich übrigens fast 1000 Euro gekostet, davon 300 Euro für die DPMA-Gebühren.

Die zweite Frage war, ob ich vor der Anmeldung eine Recherche durchführen lassen sollte, um sicher zu sein, dass ich mit meinem Namen nicht in Konflikt gerate. Da die Recherche nicht ganz billig ist, entschied ich mich für die einfachste Variante: Die selbst durchgeführte kostenlose Online-Recherche beim DPMA und die Google-Recherche. Denn bei einem Namen, den auch Google nicht kennt, ist mit Namenskonflikten kaum zu rechnen.

Auch die dritte Frage war wieder eine Frage des Geldes: Ich entschied mich für eine nationale (deutsche) Wortmarke, keine europäische oder internationale. In meinen Augen reicht das völlig aus, denn wenn die Internet-Domain .com vergeben ist, wird kaum jemand international auf die Idee kommen, für denselben Namen ebenfalls eine Marke anzumelden. Er würde sich gleich zu Beginn den Weg zum Internetauftritt verbauen.

Zum Schluss habe ich mir Gedanken gemacht, in welcher Reihenfolge ich vorgehen sollte: Erst die Internet-Domains anmelden, und dann die Wortmarke oder umgekehrt, denn wenn ein Querulant eine der beiden Anmeldungen entdeckt, könnte er schnell die andere Anmeldung selbst vornehmen und meine Planung dadurch empfindlich stören. Auch hier weiß ich wieder nicht, ob die Sorgen begründet waren. Jedenfalls habe ich zuerst die Internet-Domain angemeldet, weil das der wesentlich einfachere Schritt ist.

Web-Hosting

Der Web-Hoster verwaltet den Internet-Auftritt. In der ct finden sich immer mal wieder Tests von Web-Hostern, und da ich nicht nur eine private Homepage, sondern einen professionellen Web-Auftritt brauchte, musste ich mich damals zwischen den beiden größten deutschen Web-Hostern Strato (www.strato.de) und 1&1-Puretec entscheiden. Inzwischen hat sich die Anbieterlandschaft sicher geändert. Ich entschied mich für 1&1 (www.1und1.info), weil mir ein Freund es empfahl. Man kann dort verschiedene Pakete auswählen, die sich in der Zahl der Domains, der E-Mail-Adressen, des Transfervolumens, der gelieferten Software etc. unterscheiden - und natürlich im Preis. Mir reicht bis heute das sogenannte Star-Paket, das ein paar Euro pro Monat kostet. Dieser Abschnitt soll übrigens nicht als Werbung für 1&1 missverstanden werden. Wie schon eingangs erwähnt schildere ich hier nur, wie ich es gemacht habe, nicht wie es am besten gewesen wäre.

Bei 1&1 habe ich zwei Domains angemeldet (www.timepanic.com und www.timepanic.de) sowie die entsprechenden E-Mail-Postfächer eingerichtet. 1&1 hat mir nach der Anmeldung ein Software-Paket zugeschickt, dass ich für den Web-Auftritt nutze, darunter NetObjects Fusion zur Erstellung der Web-Seiten und WISE-FTP zum Hochladen der Web-Seiten und meiner TimePanic-Software, damit Kunden sie herunterladen können.

Wozu braucht man ein Tool wie NetObjects Fusion, tuts nicht auch ein einfacher HTML-Editor? Im Prinzip ja, aber Fusion macht die Verwaltung leichter je größer der Web-Auftritt wird. Z.B. ist es damit möglich, während der Erstellung der Web-Seiten eine andere Verzeichnisstruktur zu verwenden als für das Endergebnis, das man auf den Web-Server kopiert. Das hat sich bei mir als sehr hilfreich erwiesen, weil ich mit der Zeit meine interne Verzeichnisstruktur kontinuierlich verbessert habe, um besser arbeiten zu können, während auf dem Web-Server immer alles gleich (hässlich) bleiben muss, damit die Links, die aus dem Internet auf meine Web-Seiten zeigen, weiterhin funktionieren. Auch die Dateinamen können auf dem Web-Server anders heißen als lokal. Diese Abbildung der Struktur und der Namen macht Fusion vollautomatisch. Genauso wichtig ist die Unterstützung bei der Erstellung von Navigationsleisten: Mit einem Tool wie Fusion muss man diese Leisten nur einmal, und nicht auf jeder Seite pflegen.

Gewerbe-Anmeldung

Der nun folgende Abschnitt gilt nur für Deutschland, da ich in München ansässig bin. Shareware darf man natürlich nicht verkaufen, ohne dass das Finanzamt das weiß, denn die eingenommene Mehrwertsteuer muss man an das Finanzamt abführen. Im Gegenzug erhält man die selbst ausgegebene Mehrwertsteuer wieder zurück. In vielen Shareware-Ratgebern im Internet findet man den Hinweis, dass man um eine Gewerbe-Anmeldung nicht herum kommt. Hauptberuflich bin ich Software-Entwickler (bei IXOS / Open Text) und daher Angestellter. Arbeitsverträge sehen im Allgemeinen vor, dass eine nebenberufliche Tätigkeit ohne Zustimmung des Arbeitgebers nicht erlaubt ist - so auch bei mir. Die IXOS hatte allerdings keine Einwände. Ich musste lediglich eine Zusatzvereinbarung unterschreiben, in der ich mich verpflichte, mit meiner Software nicht in Konkurrenz zur IXOS zu treten.

Durch diese Vereinbarung gestärkt konnte ich mich auf den Weg zum Kreisverwaltungsreferat in der Ruppertstraße machen. Dort war ich allerdings erstaunt zu hören, dass eine Gewerbe-Anmeldung für Entwicklung und Verkauf von Shareware gar nicht erforderlich sei. Die Anmeldung einer freiberuflichen Tätigkeit reiche völlig aus. Einen Gewerbeschein bekäme ich nicht. Diese Auskunft war möglicherweise falsch, aber ich hatte gegen diese unverhoffte Vereinfachung natürlich nichts einzuwenden.

Die Anmeldung auf dem Finanzamt München IV war relativ unbürokratisch: Ich musste einen zweiseitigen Fragebogen für Gewerbeanmeldung - Anmeldung einer freiberuflichen Tätigkeit ausfüllen und abgeben, in dem Fragen zu den Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit sowie zum voraussichtlichen Jahresumsatz und -Gewinn im laufenden und nächsten Jahr zu beantworten waren. Außerdem bekam ich eine neue Steuernummer.

Weniger erfreulich war der Umstand, dass ich seitdem monatlich eine Umsatzsteuer-Voranmeldung an das Finanzamt schicken muss. Für mich als Shareware-Autor ist das besonders deswegen lästig, weil in der Anfangsphase wenig Einnahmen zu erwarten waren. Um den Aufwand mit der Umsatzsteuervoranmeldung möglichst gering zu halten, schrieb ich zusammen mit der ersten Umsatzsteuervoranmeldung einen Brief an das Finanzamt, in dem ich erklärte, dass ich meine Ausgaben erst zusammen mit der nächsten Steuererklärung aufführen möchte und sie daher in den Umsatzsteuervoranmeldungen weglasse.

Die nächste Steuerklärung wurde natürlich etwas schwieriger als sonst, und es gibt wenige Dinge, die ich lieber mache als meine Steuererklärung. Das Treppenhaus wischen zum Beispiel. Folgende Bögen kamen durch meine freiberufliche Tätigkeit dazu: Die Anlage GSE sowie die eigentliche Umsatzsteuererklärung. Einen Steuerberater habe ich nicht, und ich habe 11 Stunden damit zugebracht herumzutelefonieren und herauszukriegen, was das alles zu bedeuten hat. Wichtig ist wohl vor allem die Gewinn- und Verlustrechnung, die man der Steuererklärung beifügen muss, für die es aber kein Formular gibt. Außerdem habe ich zum ersten Mal auf die Angabe von Werbungskosten in der Anlage N verzichtet und diese Ausgaben statt dessen als Verluste in der Anlage GSE eingetragen. Es lohnt sich nur eines von beiden, und wenn man wie ich die zweite Möglichkeit wählt, dann kommt man bei den Werbungskosten nicht mehr über die Pauschale und kann sie daher ganz weglassen.

Abrechnung, Lizenzen

Die Abrechnungen lasse ich durch share*it! vornehmen (www.shareit.de). Auf diesen Anbieter bin ich auch wieder durch Empfehlung gekommen. Bei share*it! ist mein Produkt registriert und kann dort gekauft werden. Die Einnahmen bekomme ich - abzüglich einer Gebühr - monatlich überwiesen. Share*it! sorgt dafür, dass die Umsatzsteuer (Mehrwertsteuer) korrekt abgerechnet wird, dass alle möglichen Zahlungsarten (einschließlich Kreditkarte) zur Verfügung stehen und bietet seine Formulare in den wichtigsten europäischen Sprachen an.

Außerdem schickt share*it! den Kunden die Lizenzschlüssel zu, die man in TimePanic eingeben muss, um die Software länger als 30 Tage verwenden zu können.

Auch dieser Abschnitt soll wieder keine Werbung für einen einzelnen Anbieter sein, da es viele Alternativen gibt (siehe www.regshare.com).

Das Thema Lizenzschlüssel hat mich natürlich auch eine Weile beschäftigt. Wie funktioniert das? Zunächst einmal habe ich bei Recherchen im Internet keine vorgefertigten Bausteine gefunden, um Lizenzschlüssel zu implementieren. Ich musste mir daher selbst ein Verfahren überlegen, dass es unmöglich macht, durch Probieren in endlicher Zeit gültige Lizenzschlüssel zu finden. Bei der Implementierung meines Lizenzschlüsselalgorithmus bin ich wie folgt vorgegangen:

Ich habe mir aus dem Internet eine frei verfügbare Crypto-Bibliothek heruntergeladen (www.eskimo.com/~weidai/cryptlib.html) und mir darin einen symmetrischen Verschlüsselungsalgorithmus herausgesucht, der kostenlos verwendet werden kann. Diesen Algorithmus benutze ich, um meine Lizenzschlüssel zu verschlüsseln. Die Verschlüsselung ist deswegen erforderlich, weil man aus einem gültigen TimePanic-Lizenzschlüssel sehr leicht alle anderen erraten kann. Im verschlüsselten Zustand ist das nicht mehr möglich, weil bei der Verschlüsselung Zeichensalat entsteht. Dieser Zeichensalat ist übrigens so kryptisch (im wahrsten Sinne des Wortes), dass ich zusätzlich eine Hex-Codierung vornehmen muss, damit der Kunde diesen Schlüssel überhaupt über die Tastatur eintippen kann.

Share*it! bietet im Zusammenhang mit Lizenzschlüsseln zwei Verfahren an. Das erste (und von mir gewählte) besteht darin, dass der Shareware-Autor eine Liste von Lizenzschlüsseln zur Verfügung stellt, aus der share*it! bei jeder Bestellung einen entnimmt und dem Kunden zuschickt bis die Liste leer ist und erneuert werden muss. Die zweite Möglichkeit beinhalt die Implementierung einer Lizenzschlüssel-API, damit share*it! einen Lizenzschlüsselgenerator zur Verfügung hat.

Schutz vor Hackern, 30 Tage Testphase

Damit kommen wir zum nächsten unangenehmen Kapitel: Besonders sicher ist mein Lizenzschlüssel natürlich nicht, weil die Lizenzschlüssel technisch übertragbar sind, und weil aufgrund des Symmetrie des Verschlüsselungsverfahrens der Algorithmus zum Verschlüsseln im ausgelieferten Produkt enthalten ist. Für einen geübten Hacker dürfte es daher nicht unmöglich sein, aus der Binärdatei einen Schlüssel-Generator zu extrahieren. Im übrigen gab es spätestens seit der Version 1.2 im Internet Cracks zum herunterladen, die die 30-Tage-Prüfung von TimePanic aushebeln.

Shareware-Software lässt sich vor Hackern genauso wenig schützen wie Litfaßsäulen vor Hundeduftmarken. In meinen Augen lohnt es sich daher nicht, viel Zeit in Hackerschutz zu investieren, denn gegen jedes Mittel gibt es ein Gegenmittel. Wichtig ist vor allem, dass der Kunde durch eventuelle Schutzmechanismen nicht gestört wird.

Deswegen habe ich TimePanic so gestaltet, dass während der 30-tägigen Testphase die volle Funktionalität zur Verfügung steht, und der Kunde beim Start einen Dialog präsentiert bekommt, in dem die Restdauer seiner Testphase abgelesen werden kann. Wenn man einen gültigen Lizenzschlüssel eingibt, erscheint der Dialog nicht mehr. Bei Überschreitung der Testphase wird die Funktionalität allerdings auf ein Notprogramm reduziert, so dass man nur noch kurze Zeit vernünftig mit TimePanic arbeiten kann, ohne einen Lizenzschlüssel zu erwerben.

Über die Art und Weise, wie ich die Testdauer überprüfe, möchte ich mich lieber nicht äußern, weil es sonst zu leicht wäre, ihn zu übergehen.

Entwicklungs-Software

Wer Geld mit Software verdienen will, sollte schon aus Gründen der Glaubwürdigkeit nicht selbst mit geklauter Software operieren. Die größte Hürde stellte für mich der Erwerb einer Lizenz für die benötigte Entwicklungsumgebung dar. Ich habe Visual Studio .NET schließlich bei eBay gekauft - originalverpackt und zum halben Preis.

Kaum weniger hinderlich war das Thema Installation. Natürlich brauchte TimePanic ein vernünftiges Setup, aber deswegen eine teuere InstallShield-Lizenz zu kaufen war für mich keine Option. Ich bin in dieser Frage einen dornigen Weg gegangen und habe ein Windows-Installer-Setup manuell erstellt. Das war ungefähr so bequem wie eine Web-Seite mit der Schreibmaschine zu verfassen. Es ist zwar machbar, spart Geld und verschafft einem interessante Einblicke in die Funktionsweise des Windows-Installers. Aber diese Aktion hat mich mehrere Tage gekostet, obwohl das TimePanic-Setup sehr schlicht ist.

Man muss dazu von Microsoft das Windows-Installer-SDK herunterladen und sich das Beispiel-Setup in der MSDN-Dokumentation genauer anschauen. Außerdem gibt es von Microsoft ein kostenloses Tool, das bei der manuellen Erstellung eines Setups behilflich ist. Es heißt Orca und ist bei dem SDK dabei. Was am Schluss herauskommt, ist eine msi-Datei, die neben dem eigentlichen Setup auch alle zu installierenden Dateien enthält. Das Visual Studio .NET hat übrigens inzwischen Assistenten zur Erstellung einfacher Setups.

Das dritte schwierige Kapitel war die Benutzerdokumentation. Auch dafür habe ich keine spezielle Software gekauft, sondern den HTML Help Workshop von Microsoft verwendet. Gegenüber dem Orca-Tool ist das zwar Luxus, aber auch hier musste ich eine Weile in der MSDN verbringen um zu verstehen, wie das funktioniert. Bequem ist dieses Tool jedenfalls nicht.

Homepage, Internet-Auftritt

Die Homepage ist unerlässlich, denn kaum eine Shareware-Seite akzeptiert die Eintragung von Software, für die es keine eigene Homepage gibt. Mit der Gestaltung der Homepage kann man beliebig viel Zeit verbringen. Wichtig war mir vor allem: Die Links für Download und Kauf müssen leicht zu finden sein, und man muss sofort sehen können, dass es während der Testdauer keine Einschränkungen gibt und die Deinstallation einfach ist.

Aus juristischen Gründen empfiehlt sich außerdem ein Impressum, denn auch die gewerblichen Internet-Auftritte von Shareware-Autoren sind verpflichtet, die vollständige Adresse (einschließlich Telefonnummer) anzugeben (www.digi-info.de/webimpressum). Aufpassen muss man natürlich bei der Angabe der E-Mail-Adresse: Diese darf man auf keinen Fall im Klartext in die HTML-Seite einfügen, weil es sonst nur eine Frage der Zeit ist, bis sich diese E-Mail-Adresse (durch automatische Crawler aufgespürt) in zwielichtigen E-Mail-Verteilern wiederfindet, und in der Mailbox plötzlich massenweise Sendungen zum Thema Penis-Verlängerung auftauchen. Ich habe für die E-Mail-Adresse deswegen ein kleines Script geschrieben, das die vollständige Adresse aus Bruchstücken zusammensetzt. Eine Bilddatei wäre die Alternative gewesen.

Die Homepage taucht übrigens nicht automatisch bei Suchmaschinen auf, sondern muss dort eingetragen werden. Share*it! hat mir dafür die Software Hello Engines zugeschickt, die bei dieser Aufgabe behilflich ist. Man kann die Anmeldung natürlich auch manuell auf der Seite der jeweiligen Suchmaschine vornehmen. Wichtig ist, in seinen Web-Seiten einen geeigneten Satz von Schlüsselwörtern unterzubringen (mit Hilfe des META-Tags und dem Attribut Name=keywords), damit die Seiten bei der Suche nach den entsprechenden Stichwörtern von den Suchmaschinen auch gefunden werden.

Was den Download von TimePanic betrifft, habe ich anfangs den Fehler gemacht, das Windows-Installer-Setup (also die msi-Datei) direkt zum Download anzubieten. Inzwischen habe ich festgestellt, dass viele Shareware-Seiten nur exe- und zip-Dateien als Download-Links akzeptieren, und dass z.B. Netscape mit dem Download von msi-Dateien Probleme hat. Deswegen verpacke ich meine msi-Dateien jetzt immer in zip-Dateien (mit Hilfe einer lizenzierten Version von WinZip) und biete diese zum Download an.

Sicherung

Für den Fall der Fälle habe ich mir ein kleines Schließfach zugelegt, in dass ich in regelmäßigen Abständen, mindestens aber bei jeder veröffentlichten Version, eine Sicherungskopie meiner TimePanic-Software mit allem Drum und Dran ablege. Das kostet etwa 30 bis 40 Euro pro Jahr.

Shareware-Seiten, PAD-Dateien

Die Registrierung der Homepage bei Suchmaschinen reicht natürlich nicht aus, damit das Produkt bekannt wird. Die Anmeldung bei allen gängigen Shareware-Seiten ist unverzichtbar. Die Shareware Autoren Vereinigung bietet für diesen Zweck eine Liste der wichtigsten Shareware-Seiten an (www.s-a-ve.com/faq/Adressen.htm). Leider ohne Wertung, das heißt, welche Seiten gut bzw. gut frequentiert sind, muss man selbst herausfinden. Einige Adressen sind inzwischen kostenpflichtig geworden. CNET Download.com (www.download.com) verlangt zum Beispiel knapp 70 Dollar für die Anmeldung, bietet dafür aber eine größere Reichweite als die meisten anderen Seiten.

Meine Lieblingsseite war übrigens lange Zeit (wenn ich das hier unterbringen darf) Software Seeker, und zwar deshalb, weil die auf ihrer Seite eine sogenannte Developer Map hatten, in der man grafisch und tabellarisch sehen konnte, welches Land wie viele Shareware-Entwickler auf dieser Seite hatte: China vor Deutschland, die Schweiz vor Österreich. Abgeschlagen die Färöer-Inseln, jedoch noch vor den Marshall-Inseln, von denen man aber immerhin den Abander MP3 Lyrics Extractor 1.0 beziehen konnte.

Warum konnte? Weil es mal wieder kam, wie es kommen musste: Meine Lieblingsseite verschwand 2003 von der Bildfläche, so schnell, wie sie gekommen war. Wie im Supermarkt: Es sind immer meine Lieblingsprodukte, die gezielt wieder aus dem Sortiment genommen werden.

Die Anmeldung von Software macht nur beim ersten Mal Spaß, denn es wird schnell lästig, immer wieder dieselben Download-Links, Programmbeschreibungen, Dateigrößen (mal in MB, mal in KB, dann wieder nur in Bytes) einzutippen, dazu mal in Englisch, mal in Deutsch. Umgekehrt ärgern sich die Shareware-Redaktionen über unvollständige oder schwer zu findende Produktinformationen. Dieses Problem ist natürlich nicht neu und es gibt auch eine Lösung dafür: PAD (Portable Application Description Format). Das ist im Prinzip ein großes Formular (XML-basiert), in dem man alle Angaben zu seinem Produkt eingeben muss.

Für das Ausfüllen dieses Formulars gibts Tools. Ich verwende das ausgezeichnete und kostenlose DeuPAD von Oliver Grahl, das leider nur auf Deutsch verfügbar ist. Die Alternative zu DeuPAD ist das ebenfalls kostenlose PADGen, das in der Bedienung aber etwas unhandlicher ist: Es gibt z.B. kein File/Open-Menü, wie man es erwarten würde.

Hat man eine PAD-Datei für sein Produkt erstellt, sollte man sie auf seine Homepage laden und nie mehr umbenennen oder verschieben, sondern nur noch aktualisieren, denn eine zunehmende Zahl von Shareware-Seiten prüft in regelmäßigen Abständen selbständig, ob die PAD-Datei erneuert wurde und aktualisiert den Produkteintrag von alleine. Jedenfalls funktioniert die erste Anmeldung so, dass man seine PAD-Datei auf die Shareware-Seite hoch lädt und einige Tage oder Wochen wartet, bis die Shareware-Redaktion das Produkt geprüft und öffentlich verfügbar gemacht hat.


Lionel Spohr, Juni 2003 (zuletzt aktualisiert: April 2005)

Tipps für Shareware-Autoren

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